Der erste Flug mit drei Kids, mein erster interkontinentaler Nachtflug überhaupt. Ich finde, das war Grund genug, nervös zu sein.

Aber wie man halt so ist als Mami: Ich habe mir ständig eingeredet, dass ich überhaupt nicht nervös bin, weil ich ja weiss, dass sich sonst alles direkt auf die Kinder überträgt. Und das wollte ich auf keinen Fall.

Soweit hat alles gut geklappt. Als Business Woman (😏) hatte ich um 10:00 Uhr noch einen letzten Call, und dann ging es kurz vor 14:00 Uhr auch schon los. Wir fuhren mit Bus und Zug zum Flughafen Zürich. Ich hatte noch die grandiose Idee, im Burger King was zu essen, und ja, es war eine schlechte Idee. Wir sind nämlich richtig in Stress gekommen: Wir mussten zum Gate E, und mein Mann meinte, es wird knapp. Aber ich hatte eine grosse Klappe und meinte: «Neneee, easy, klappt schon.»
Da ich aber anscheinend ChatGPT mehr vertraue als meinem Mann, habe ich kurz nachgefragt. Die Antwort:

Wenn du um 17:05 Uhr Boarding hast und jetzt beim Burger King bist, dann renne JETZT sofort los

Also Burger geschnappt und losgerannt, mit Sack und Pack. Und tatsächlich: Vor der internationalen Passkontrolle eine riesige Schlange. Der erste Streit zwischen meinem Mann und mir war da und er meinte, ich soll doch lieber ChatGPT heiraten.

Es ging dann aber trotzdem schneller als gedacht, und wir waren knapp eine halbe Stunde vor Boarding Time am Gate. Uff, es fliegt also schon mal nicht ohne uns ab! Die Kids waren immer noch gut gelaunt, also was soll schon schiefgehen? Generell waren viele Kinder an unserem Gate, wir wären zumindest nicht die Einzigen mit schreienden Passagieren. Der Einstieg verlief problemlos, unsere Plätze haben wir schnell gefunden. Ich sass mit dem Baby zwei Reihen vor meinem Mann und den grossen Kids. Und ja, ich hatte Nachbarn auf den zwei Sitzen neben mir.

Ich sags jetzt, wie es ist: Ich wurde einfach böse angeschaut, mit Augenverdrehen und allem Drum und Dran, dabei war mein Baby einfach nur süss. Aber ja, es war so ein Karen-Verschnitt, die sich später dann eine Flasche Rotwein und zwei Schlaftabletten reinpfiff. Sie war ganz der Typ: Meine Ferien beginnen im Flugzeug.

Für meine Mittlere ging der Spass los, als sie sich anschnallen musste und das für den Start so bleiben sollte. Das hat Madame nicht verstanden, und das lautstark alle wissen lassen. Karen neben mir meinte dann: «Scheiss Kind, wenn das so weitergeht, brauche ich eine ganze Flasche.» Als ich ihr sagte, dass das mein Kind sei und sie sich erfahrungsgemäss beruhigen werde, wurde Karen etwas rot. Mir war die Situation dann so unangenehm, dass ich fürs Abendessen den Platz mit meinem Mann getauscht habe. Was soll ich sagen: Essen und Getränke auf diesen kleinen Tabletts für zwei Kleinkinder mit offenen Getränken, echt eine Challenge. Aber hey, wir sind ja eh wahnsinnig, da kann uns das nicht stoppen.

Und dann war ja schon bald Schlafenszeit. Die beiden Grossen haben noch etwa zwei Stunden Bluey inhaliert und waren dann sehr müde. Wir hatten für sie zwei aufblasbare Flugzeugbetten dabei, die waren echt super! Die beiden haben darauf durchgeschlafen bis zum Start des Landeanflugs.

Mein Baby hat dafür die Nacht auf mir verbracht. Wir hätten eigentlich ein Babykörbchen reserviert, das vorne befestigt wird, aber ich wollte mein Baby nicht den bösen Blicken von Karen aussetzen. Und ja, das ging erstaunlich gut: Baby hat auf mir durchgeschlafen, und ich habe immer wieder gedöst. Nachdem Karen dann am nächsten Morgen aus dem Schlaftablettenkoma aufgewacht ist, meinte sie nur: «Ich habe IHN gar nicht gehört.» Ich: «Ja, SIE hat durchgeschlafen.» Karen: «Ah, ER ist nicht von Ihnen runtergefallen?» Ich: «Nein, das sollte man nicht machen.»
Ich war dann aber trotzdem ganz freundlich, will ja nicht mit Bad Vibes starten, und wer weiss, wo man sich nochmal begegnet.

Aber hey: Ansonsten habe ich es mir wirklich viel schlimmer vorgestellt. Das hat alles reibungslos geklappt! Zumindest sitze ich jetzt gerade in einem klimatisierten Bällebad mit lauter Kids um mich herum, wir sind also gut in unserem Reisealltag angekommen.

Und ich zitiere dabei den Satz eines älteren Mannes im Flugzeug: «Tolle Familie! Super gemacht!» Und ich glaube, er meinte damit nicht nur die Kinder.

Mehr demnächst: Vögel, die Kinder angreifen, Angst vor Tsunamis, strikte Zeitpläne und mehr!

4 Kommentare

  1. Avatar von Silvia Strebel
    Silvia Strebel

    Bin schon gespannt auf die nächste Geschichte…..es tönt jedenfalls abenteuerlich.

    1. Avatar von Nicole

      Ja, mit drei Kids schreibt das Leben die Geschichten von selbst. ; )

  2. Avatar von Anna Frey
    Anna Frey

    Mega dein Blog und die Stories. Weiter so, freu mich auf mehr 🙂 und hut ab das ihr das macht, find ich super!

    1. Avatar von Nicole

      Danke, freut mich dass er dir gefällt! Ob Mut oder Wahnsinn, die Grenze ist fliessend. : )

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