Ich bin ja «Miss Gute Vorbereitung ist alles». Deshalb haben mein Mann und ich uns schon jetzt um die Kinderbetreuung nach unserer grossen Reise gekümmert.

Unsere Grosse kommt dann in den Kindergarten, die beiden Kleinen sollen weiterhin betreut werden. Also haben wir gerechnet und verschiedene Betreuungs-Modelle verglichen. Ergebnis: Eine Nanny ist in etwa gleich teuer wie Kita für die Kleinen plus Tagesstruktur für die Grosse. Und ehrlich gesagt klang das ziemlich gut. Die Kinder wären zu Hause. Weniger Stress am Morgen. Kein Gehetze beim Anziehen und Frühstücken. Länger schlafen. Wir könnten das Haus verlassen, ohne drei kleine Menschen gleichzeitig startklar machen zu müssen. Alles in allem: weniger Stress, mehr Zeit.

Also haben wir uns auf die Suche gemacht. Es gibt ja diverse Portale:

Kleiner Side-Rant: Diese Plattformen lassen sich ihre Notwendigkeit gut bezahlen. Bei care.com kostet die Premium-Mitgliedschaft 89 Dollar pro Monat, ohne Abo kann man nicht mal Kontakt aufnehmen. Wir haben uns deshalb für das deutlich günstigere babysitting24.ch entschieden (Und nein, dies ist keine bezahlte Werbung). Also Profil erstellt, Foto hochgeladen, Text geschrieben und los ging’s.

Relativ schnell hat sich auch jemand gemeldet. Eigentlich etwas älter, als wir uns vorgestellt hatten, wir dachten eher an eine junge Lehrabgängerin. Aber sie hat sich gut verkauft, also haben wir sie zu uns nach Hause eingeladen. Uns war wichtig, dass sie direkt die Kinder kennenlernt und umgekehrt. Das Treffen war freundlich, die Chemie grundsätzlich gut. Uns ist aber aufgefallen, dass die vorherige schriftliche Kommunikation deutlich besser war als die mündliche. In Zeiten von ChatGPT sollte man das wohl mitdenken. Für unsere Kinder war das aber kein Problem, sie kennen verschiedene Sprachniveaus aus der Kita. Und ja: Happy Kids, happy Parents – für uns war das kein Ausschlusskriterium.

Wir haben die Rahmenbedingungen besprochen, und es passte für beide Seiten. Wir waren richtig erleichtert. So schnell hätten wir das nicht erwartet. Also haben wir uns in die Arbeitgeberrolle eingelesen, über quitt.ch den Vertrag aufgesetzt, Versicherungen geprüft, alles sauber und korrekt gemacht. Uns war wichtig, dass das von Anfang an professionell läuft. Wir wollten ja ein langfristiges, gutes Verhältnis. Die Nanny hatte noch ein, zwei Ergänzungen im Vertrag, die wir selbstverständlich übernommen haben. Im November 2025 hat sie den Vertrag unterschrieben und persönlich vorbeigebracht. Als Welcome-Goodie brachte sie den Kindern sogar ein kleines Geschenk mit. Die Begeisterung war gross.

Wir waren ehrlich: richtig happy. Ein riesiger Posten auf unserer To-do-Liste war abgehakt. What could possibly go wrong, oder? Tja … Vor zwei Tagen dann eine WhatsApp-Nachricht:

Ich möchte mit dir sprechen.

Gefolgt von einer zweiminütigen Sprachnachricht, weshalb die Stelle doch nicht angetreten werden könne: die aktuelle Arbeitgeberin habe ein besseres Angebot gemacht. Wir so:

What. The. Fuck.

Ich war ehrlich gesagt überrascht, ratlos und vor allem enttäuscht. Wir sind davon ausgegangen, dass sie die Situation mit der aktuellen Stelle geklärt hatte. Zudem der ganze administrative Aufwand, den wir bereits betrieben haben. Aber am schwersten wiegt für mich der persönliche Teil. Wir haben diese Frau in unser Haus gelassen und sie unseren Kindern vorgestellt. Wir haben immer wieder von ihr erzählt, damit sie sich auf den Start freuen. Und jetzt müssen wir ihnen erklären, dass sie doch nicht kommt.

Vertrauen beginnt im Kleinen.

Ich möchte meinen Kindern beibringen, dass man sich auf Menschen verlassen kann. Dass Verbindlichkeit wichtig ist. Dass man hält, was man verspricht. Kinder lernen nicht durch Vorträge, sondern durch das, was Erwachsene vorleben.
Und ich finde es ehrlich gesagt einfach scheisse, dass eine neue Bezugsperson ihnen vorlebt:

Chumi hüt nöd, chumi morn – oder velecht gar nöd.

So. Rage-Post fertig.

Was nehmen wir daraus mit?
Dass Kennenlernen künftig anders läuft. Erst FaceTime, erst Gespräch ohne Kinder, erst prüfen und dann erst die grosse Vorstellung zu Hause. Weniger Emotion, mehr Zwischenschritte.

Aber auch das: Verbindlichkeit ist für mich kein altmodisches Wort. Sie ist die Grundlage, auf der Kinder Vertrauen lernen. Und ich will ihnen weiterhin vorleben, dass ein Versprechen etwas wert ist, auch wenn andere das anders sehen. Also stehen wir wieder am Anfang. Ein bisschen vorsichtiger, aber nicht zynischer. Und weil das Leben weitergeht: Wir suchen weiterhin eine Nanny für unsere drei tollen Kinder: https://babysitting24.ch/de/jobs/5247175

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