Wenn ich noch einmal höre: «Es ist nur eine Frage der Organisation», dann raste ich aus.
Ich BIN organisiert. Wirklich.
Ich führe ein Team, manage Projekte, koordiniere Termine und denke in Systemen. Im Office eines IT-Dienstleisters genauso wie zu Hause mit meiner Familie.
Ich lebe mit Listen, nutze Apps, habe ein unterstützendes Umfeld – und trotzdem komme ich regelmässig an den Punkt, an dem ich denke:
What the f*. Wann und wie soll das bitte alles gehen?*
Nicht, weil ich schlecht bin.
Nicht, weil ich chaotisch bin.
Sondern weil ein Leben mit drei Kindern, Verantwortung und Ambition manchmal einfach nicht aufgeht. Punkt.
Das hier ist kein Blog für Tipps & Tricks, keine Sammlung von Produktivitäts-Hacks, kein Bullet Journaling und kein weiterer Ort, an dem dir erklärt wird, wie du dich noch besser organisieren, planen oder optimieren kannst.
Davon gibt es genug. Und ehrlich gesagt: Ich brauche das nicht.
Gerade eben kam Kind 1 rein und sagte:
«Mami, Kind 2 hat Seife aufs Bett gemacht. Aber ist nicht schlimm, wir haben es gleich wieder weggemacht.»
Willkommen im echten Leben.
Unterbrechung ist kein Ausnahmezustand. Sie ist der Normalzustand.
Es geht nicht nur um Organisation.
Es geht um eine komplett andere Arbeitsrealität, sobald man mit und rund um Kinder arbeitet.
Man wird permanent unterbrochen.
Pläne werden verschoben.
Rhythmen entstehen – und zerfallen zwei Tage später wieder.
Ja, Apps und Routinen helfen.
Aber Kinder sind keine Prozesse.
Sie sind Menschen mit eigenen Bedürfnissen, Stimmungen, Persönlichkeiten.
Sie funktionieren nicht nach meinem Kalender und nicht nach meinem Projektplan.
Ah.
Das ist also diese Fremdbestimmung, von der alle reden.
Und sie kommt nicht nur durch meine Kinder.
Sie kommt durch die Kita, durch Omi und Opi als Zusatzbetreuung und Babysitter, durch meinen Mann.
Und sie kommt ganz massiv durch meinen Job als Führungskraft in einem IT-Unternehmen.
Ein männlich geprägtes Umfeld, das mir zwar Flexibilität gewährt –
sie aber fast immer als etwas Besonderes markiert.
Als etwas, das man erwähnt.
Als etwas, das nicht selbstverständlich ist.
Und dann will man bei einer Stelle, die explizit für Wiedereinsteiger:innen gedacht ist, auf Homeoffice verzichten, weil das Pensum «zu niedrig» ist.
Genau hier liegt der Widerspruch.
Ich bin Nicole.
Ich bin kurz vor 40.
Ich habe drei Kinder mit meinem Mann.
Ich bin Führungskraft in der IT.
Und ich bin organisiert.
Dieser Blog ist kein Ort für bessere To-do-Listen.
Er ist ein Ort für bessere Fragen.
Wie führe ich – zu Hause und im Job – wenn ich mich selbst oft fremdbestimmt fühle?
Wie trete ich souverän auf, obwohl ich innerlich struggle?
Warum lasse ich mich so schnell verunsichern?
Warum vertraue ich meinem Bauchgefühl nicht, obwohl es mich bisher immer zuverlässig getragen hat?
«Kein Template für Working Mums» heisst für mich:
Ich kann das System.
Ich beherrsche Organisation.
Und genau deshalb weiss ich:
Dieses Leben lässt sich nicht in eine Vorlage pressen.
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